Hallo liebe Pixelmacher - Redaktion,
mit Interesse haben wir den Start Eures neuen Formats auf zdf.kultur verfolgt. Als Blogger und auch als Videopodcaster finden wir es toll, dass sich das ZDF einmal wieder an das Thema Spielekultur heranwagt - vergangene Ansätze wie "X Base - der Computer Future Club" in den Neunzigern wurden ja von den Mitgliedern dieser Kultur ja nicht gerade mit offenen Armen aufgenommen. Erfolgreicher war und ist zumindest der SWR mit seinem Gamechecks in Dasding.tv, welche zwar nicht regelmäßig erscheinen, aber zumindest gutes Feedback bekommen.
Bei eurem Erstling scheint man euch ja ganz schön bis zur Deadline gescheucht zu haben, da gingen sicher einige Mittagspausen bei drauf. Dadurch haben es ein paar Flüchtigkeitsfehler in die Sendung geschafft, wie der Wechsel der Anrede von "Du / Ihr" zu "Sie", und auch einige Takes, die bei mehr Zeit wiederholt worden wären. Wenn der Moderator sich verfährt und das drin gelassen wird, wirkt das ja nicht unbedingt lässig.
Wenn wir das richtig mitgekriegt haben, sind Lukas und Valentina die Gesichter von Pixelmacher? Es ist interessant, dass Lukas als Moderator eher wenig Zugang zu der Spielekultur zu haben scheint während Valentina voll ihm Thema drinsteckt und auch die Fachbegriffe wie "Tower Defense" raushauen kann. Das dreht das Klischee um, dass den Kerl als Hardcorezocker vorsieht und die Dame in die Noob-Ecke schiebt. Was uns allerdings sehr verwundert hat, ist, dass wir Valentina gar nicht erst richtig zu sehen bekommen. Es reicht nicht sie einmal auf der Couch mit einem Ipad zu zeigen, wenn sie den Zuschauer nicht einmal richtig ansieht. Sie bleibt eine gesichtslose Stimme, die über dem PvZ-Beitrag schwebt, während Lukas moderationstechnisch quasi die ganze Show stiehlt. Dabei wäre es umso dynamischer gewesen, hätte man beide zusammen vor die Kamera geholt und dort den verbalen Schlagabtausch geprobt. Gerade in der ersten Sendung hätte es sehr geholfen, den Pixelmachern sprichwörtlich ein Gesicht, eine Identität zu geben. Das besteht momentan nur aus Lukas, der sich sichtlich, ja, geradezu händeringend bemüht eine Zielgruppe anzusprechen, die ihm aber bereits nach wenigen Sekunden vermutlich den Rücken gekehrt hat.
Inhaltlich bleibt der Eindruck zurück, dass ihr wirklich nicht genug Zeit hattet, ausreichend originalen Content für eure knapp 30 Minuten Sendezeit zu produzieren. Man sieht viel Bildmaterial von externen Quellen. Das ist schade, weil im YouTube-Zeitalter eure Zuschauer selbst direkten Zugriff auf Inhalte, wie das Hersteller-Promomaterial, welches für den Portal 2 Beitrag verwendet wurde, haben.
Auch der gezeigte Spielinhalt von Portal 2 war relativ dünn, denn dass der Bericht dann zudem zum grössten Teil nur aus dem vorgerenderten Teaser zum Coop-Modus des Spiels besteht, ist das eigentliche Dilemma. Wir mögen die beiden sympathischen Roboter auch sehr, aber wir sind uns sicher, dass potentielle Interessenten mehr vom Spiel selbst sehen wollten. In den kommenden Produktionen lässt man euch diesbezüglich hoffentlich ein wenig mehr Spielraum.
Generell waren wir überrascht, wie wenig Information in der halben Stunde rübergebracht worden ist. Gerade von einem Kulturmagazin haben wir uns mehr Hintergrundinformationen und kulturbezogene Querverweise zu Portal 2 und dem Oberthema Zombies gewünscht. Stattdessen habt Ihr Euch leider zu sehr mit den Anmoderationen aufgehalten. Uns hat ebenso erstaunt, dass ihr beim Zombie-Thema das Horrorgenre mit Samthandschuhen angefasst habt, vor allem, was Spiele aus dem Genre betrifft. Resident Evil wird nur kurz erwähnt; dabei ist gerade diese Spielserie neben vielen anderen artverwandten Titeln die bekannteste Bühne für die untoten Plagegeister. Schade auch, dass aktuelle Filme, Comics, Serien oder Spiele - von Plants vs. Zombies mal abgesehen - in dem Zusammenhang nicht konkret benannt werden. Nicht einmal der Name George A. Romero fällt. Man hätte beispielsweise Inserts für Namen nutzen können. Dabei sind die Erwähnungen von Takena`s Knetfilm, Stubbs the Zombie und Zombies Ate My Neighbours Indizien dafür, dass in der Redaktion offenbar tiefer recherchiert worden ist.
Gut gefallen hat uns der sehr launige Beitrag zu Urban Hacking. Er war straff, recht gut erzählt und so gestaltet, dass man nach dem Beitrag direkt nach mehr Informationen googlen wollte. Ein klassischer TV-Beitrag zwar, aber er funktioniert.
Wir sind gespannt, wie sich die Pixelmacher entwickeln werden und ob es diesmal gelingt, mit der Zeit zu den etablierten Formate wie "MTV GameOne" aufzuschließen. Wir sehen in der ersten Sendung durchaus Potential. Die Inserts sind schön und stimmig gestaltet, Valentina könnte für das nötige KnowHow stehen und die Auswahl der Themen an sich ist Euch gelungen. In einem Interview mit Valentina auf Polygamia.de hieß es, Ihr hättet Narrenfreiheit gehabt. Leider merkt man dem Format dies derzeit auch an. Es fehlt leider noch etwas an Kohärenz, kulturellen Bezügen und einer zielgruppengerechten Moderation. Wir empfinden Euch ebenso viel zu wenig als Entdecker - gerade den Aspekt fanden wir im Interview sehr interessant. Aber trotz aller Kritik sind wir überzeugt davon, dass Ihr diese Ungereimtheiten in den kommenden Sendungen langsam, aber sicher ausbügeln werdet. Aller Anfang ist schwer, gerade bei der ersten Sendung. Die Themen auf Valentina`s Blog für die kommenden Ausgaben lesen sich auf jeden Fall sehr spannend!
Wir wünschen Euch viel Erfolg und hoffen, dass unser Feedback und das aus der übrigen Gaming-Community Euch ein wenig helfen wird.
liebe Grüße
Micha und Michi von kollisionsabfrage.net
PS: Tut Lukas allerdings einen Gefallen und gebt den zdf-Logo-Look seines Charakters zurück in die Requisite. Die Spieler sind es nicht zuletzt aus der Welt der Spielezeitschriften gewohnt, von Menschen jenseits der 30 Jahre angesprochen zu werden - Authentizität ist alles. Wichtig ist schließlich nicht, jung auszusehen, sondern im Herzen jung geblieben zu sein.
Schön, dass ihr mit gutem Beispiel vorangeht und den Jungs konstruktive Kritik gebt. Ich sehe das leider nicht ganz so optimistisch. Man müsste die Show von Grund auf neu angehen, arg viel Potential habe ich in der ersten Folge nicht feststellen können, leider.
Hey, vielen Dank, das ist konstruktive Kritik, die in vielen Teilen sicher richtig ist.Ihr habt natürlich recht, es gab einen Vorlauf und dann schlussendlicher Zeitdruck, der der Sendung nicht guttat. Bekanntlich werden aber genau diese Erläuterungen nicht mitgesendet ;-)Aber damit köpnnen und wollen wir uns garnicht rausreden, selbstverständlich bewerten die Zuschauer (mit Recht) das, was ausgestrahlt wird. Die Stolpersteine, die aus den zeitlichen Problemen herrühren, werden wir in den folgenden Produktionen hoffentlich ausgemerzt haben. An allem anderen arbeiten wir und hoffen, dass man uns die Zeit gibt, die andere Formate auch hatten, um sich zu entwickeln. Insofern sind wir für faire und konstruktive Kritik, wie hier, absolut dankbar!
Schöner Beitrag. Bezüglich der Sendung schlagen in meiner Brust auch zwei Herzen: Einerseits finde ich es klasse, dass das ZDF so einem Format eine Chance gibt. Die Themenauswahl war eigentlich auch ok. Was für mich aber gar nicht funktioniert hat, wie ich schon auf Valentinas Blog schrieb, ist die Art der Moderation. Das war alles zu sehr auf "jetzt sind wir mal witzig, weil's ja um Spiele geht" gebürstet und wirkte am Ende eher unprofessionell. Aus dem gleichen Grund ging mir GIGA immer tierisch auf den Sack. Wenn ich permanent das Gefühl habe, dass mich zwar das Thema interessiert, aber als Zielgruppe eher Leute deutlich unter 20 angesprochen werden, schalte ich genervt ab. GameOne sind die einzigen, die das mit dem Humor einigermaßen hinbekommen, wobei mir deren Beiträge manchmal auch echt auf den Zwirn gehen. Der Ton macht halt die Musik...
[ -> mal ordentlich Senf hinzugeben! (o_O) ]