[ What´s My Age Again? ] ->





""Soll ich dir einen Kuß geben?" fragte Peter Pan, riß sich einen Knopf vom Mantel und überreichte ihn ihr feierlich."


© Sir James Matthew Barrie, (1860 - 1937), schottisch-englischer Dramatiker und Erzähler, Schöpfer des »Peter Pan«

Hallo zusammen,

folgendes Ereignis bewegt mich dazu, diese Zeilen zu schreiben: Duke Nukem Forever ist erschienen. Ich möchte aber keinen Bericht dazu schreiben, noch möchte ich einen Treppenwitz formulieren. Ich bekam ganz andere Gedanken.

Blicken wir kurz zurück. Es ist das Jahr 1997, als DNF zum ersten Mal angekündigt wird. In Worten: Neunzehnhundertsiebenundneunzig. Zum jetzigen Release meldete sich meine Langzeiterinnerung. Was ist ´97 noch alles passiert?
Ich war in der Siebten/Achten Klasse. Dortmund gewann die Champions League. Mir rutschte zum zweiten Mal die Kniescheibe raus. Autsch. Fleißig nutzte ich meinen PC zum zocken. Das stellte auch kein Problem da.
Ich war ja erst 14.

Genau so viele Jahre später bin ich nun (wohl oder übel) 28 Jahre alt.
Und ich zocke immer noch! Dem PC als Spieleplattform habe ich mich zwar abgewandt, wahrscheinlich spiele ich aber sogar noch intensiver als damals. Nun ist das für viele ein „Problem“. Wer kennt, in diesem Alter, diese typischen Montag-Morgen Gespräche nicht? Egal ob Arbeit, Studium oder sonst wo. „Was hast du denn so am Wochenende gemacht?“ „Party“, kommt da oft. Oder sonstige, „normale“ Freizeitaktivitäten. Meine Antwort klingt schon Mal in etwa so:
„Ja, ich habe bei Fifa 11 eine Saison zu Ende gespielt, stand im Finale der Champions League, war ein Hammer Spiel!“ Ernüchternde Blicke vom Gesprächspartner sind meistens die Antwort. Oder „du hast zu Viel Zeit.“ Oder: „Wie alt bist du noch mal?“

28, wie gesagt. Und trotzdem spiele ich. Warum? Eine gute Frage. Ich denke, es hat mehrere Gründe. Ich mochte schon immer Geschichten. Früher habe ich viel gelesen, dann mehr Filme gesehen, jetzt möchte ich interaktiv zur Geschichte „beitragen“. Natürlich stellt das Spielen auch eine Art Alltagsflucht da. Wenn's mal stressig ist dann kann ich mich herrlich ablenken und Aggressionen abbauen, ohne meine Mitmenschen in Mitleidenschaft zu ziehen. Spaß habe ich selbstredend auch beim Zocken.

Doch warum ist diese Art der Freizeitbeschäftigung (ich verallgemeinere jetzt ein wenig) „in der Gesellschaft“ noch so negativ belastet? Es kommt mir manchmal so vor, als ob es nur 2 Extreme gibt, in der Öffentlichkeit, beim Gedanken an einen Spieler: Entweder ist man ein Killer, oder noch nicht erwachsen.
Gegen den ersten Punkt etwas zu schreiben ist mir zu müßig, aber zum 2ten: Ist es denn so schlimm, sich etwas kindliches zu bewahren und seine Freizeit damit zu füllen? Mein alter Herr hat im Keller eine Modelleisenbahn stehen. Ich sehe da im Prinzip keinen Unterschied.

Ich denke viel mehr, dass wir uns auf einer Schwelle befinden. Die Spiele sind in den letzten Jahren schon dem Kindesalter entwachsen. Jetzt muss noch von vielen erkannt werden, dass man auch spielend erwachsen sein kann. Modelleisenbahn 2.0, sozusagen.

Ob ich auch in Zukunft weiter zocken werde? Über die ferne Zukunft vermag ich natürlich nichts zu sagen. Über die Nahe nur folgendes:



Hail to the King, Baby!

[ Verfasst von Toto am Fr, 06/17/2011 - 14:15 ]




Ist halt ein Generationending: Videospiele wurden in den 90ern groß und ab der Jahrtausendwende dann irgendwie auch "Mainstream" (später dann die Wii). Alle, die "zu früh" aufgewachsen sind, haben nicht die Bindung zu dem Thema und diese werden auch kaum erkennen, was Videospiele für viele heute bedeuten.

Bild von Holmes
Verfasst von Holmes (nicht überprüft) am Fr, 06/17/2011 - 15:38.

Dazu auch ganz gut:

"Say How You Play" bei Kill Screen. Jamin Warren schreibt da darüber, dass es an einem "vernacular" des Videospiels fehlt. Dass also die Dinge, die "wir" in Spielen erleben nur so schwer in Worte zu fassen, die von nicht-Spielern verstanden werden können.

http://killscreendaily.com/articles/say-how-you-play

Bild von Dennis Kogel
Verfasst von Dennis Kogel (nicht überprüft) am Sa, 06/18/2011 - 23:29.

Gute Analogie mit der Modeleisenbahn. Wenn ältere Herren auch heute noch damit wie zu ihren Kinderzeiten spielen, könnte ich mir vorstellen, dass unsere Generation auch noch als Rentner mit Videospielen zu tun hat :D

Bild von koffer
Verfasst von koffer (nicht überprüft) am Mo, 06/20/2011 - 13:37.

Ein schöner Beitrag, der nachdenklich stimmt.
Ist es denn nicht bei vielen lieb gewonnen Hobbies der Fall, dass man ab einem gewissen Punkt sein Alter anzweifelt?
Da gibt es doch den schönen Spruch: "Man ist nur so alt, wie man sich fühlt."
Videospiele verändern sich zwar fortlaufend mit den technologischen Entwicklungen, bleiben dennoch zeitlos. Das sollte auch dem Spieler bewusst sein. Man wird auf eine Art erwachsen, doch sollte man nie den Spaß an seinem Hobby verlieren, auch wenn die Jahre stetig voran schreiten :)

Bild von Miette
Verfasst von Miette (nicht überprüft) am Mi, 06/22/2011 - 19:59.

[ -> mal ordentlich Senf hinzugeben! (o_O) ]

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